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Semantische Felder – wie das Hirn automatisch Wortgruppen miteinander assoziiert

Schwarz, M./J. Chur (1993): Semantik. Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Narr.

Wort-Experimente mit der „Priming-Methode“ –  das meint die Bahnung von Reaktionen unseres Nervensystems durch gezielte Reize –  haben die Existenz von semantischen Netzen nachgewiesen. „Bei diesen Testverfahren wird den Versuchspersonen ein Wort (z.B. ARZT) als Prime vorgegeben, anschließend wird ein anderes Wort als Zielwort (z.B. KRANKENSCHWESTER oder BLUME) genannt.  Die Versuchspersonen sind vorher instruiert worden, so schnell wie möglich anzugeben (per Knopfdruck), ob es sich bei dem Zielwort um ein sinnvolles Wort oder lediglich um eine sinnlose Silbenfolge handelt. 

Diese lexikalische Entscheidung benötigt weniger Zeit, wenn das Prime-Wort in einer engen semantischen Relation zum Zielwort steht. ARZT und KRANKENSCHWESTER gehören einem semantischen Feld (Krankenhauspersonal) an, ARZT und BLUME nicht.“ (Chur, 2014).

Wenn wir überlegen, welche Assoziationen dem semantischen Netzwerk rund um das Wort „Kaiser“ als „Prime-Wort“ zugeordnet werden können, fallen uns eine Fülle von Zielwörter ein: Glanz, Krone, Reichtum, Gold, Juwelen, Macht, Größe, Sieg, Palast, Adel usw.